Neu Organisieren

ghc3b6rtsdirnimmsmit.jpg
Als klar war, dass meine Frau ausgezogen war, begann ich als erstes, den Haushalt auf Ein-Mann-Management einzurichten. Es war mir wichtig, unnötige Laufwege zu verhindern und das Maximum Griffbereitschaft und das Minimum an Aufwand herzustellen. Ich wusste, alles muss clever organisiert und angeordnet werden, damit ich jede Minute des Tagesablaufs effizient gestalten kann. Ich kann nicht leugnen, dass bei dieser Neu-Organisation auch ein gutes Stück psychische Verarbeitung mitspielte. Ein Neuanfang!

Ich begann also, alles Unnötige aus dem Haushalt zu entfernen. Alles, was nur Staub fängt, muss weg und alles was ich häufig brauche muss seinen Platz in der Nähe haben. Ich habe die Pflanzen im Haus auf 4 Stück reduziert (diejenigen der Kinder) und alle am gleichen Ort plaziert (1x pro Woche durchs Haus rennen gespart). Das Altpapier kam aus dem Keller ans Sofa (sieht nicht schön aus, aber spart 4x pro Tag in den Keller rennen für jedes Papierchen). Alle Deko-Stücke (ausser meine geliebten Bilder und die Fotos der Kinder) wurden allesamt in den Keller verbannt (muss ja nur abgestaubt werden!). Viel Krimskrams kam entweder weg oder – wenn es möglicherweise einen sentimentalen Wert hatte – auf den Berg der Dinge, die ich meiner Frau zur Durchsicht überlassen würde. Das werdet ihr sicher auch kennen: Ausmisten ist etwas wundervoll befriedigendes. Ausmisten schafft Platz – im Haus und im Herz!

„Typisch Mann“ – denkt ihr jetzt vielleicht – „alles nicht zweckmässige wird einfach weggeworfen“. Und ihr habt Recht! Ich habe bei der Re-Organisation tatsächlich Methoden wie ‚Lean Manufacturing‘ und ‚Change Management‘ im Kopf. Und es funktioniert! Es geht nicht darum, alles Menschliche zu entfernen und das Haus zu einer Produktionsstrasse umzubauen, aber ein schlank organisierter und vor allem ein clever eingerichteter Haushalt kann viel Energie und Zeit sparen, die ich lieber für die Betreuung meiner Kinder einsetze. Seit diesem Trigger stelle ich immer wieder Dinge um, entferne Küchengeräte, die ich nicht benutze oder mache Sammelstellen für nicht zuweisbare Dinge. Ich lege zum Beispiel alle Sachen, die meine Kinder während des Tages irgendwo liegenlassen – und eigentlich in den ersten Stock gehören – auf die Treppe, die in den ersten Stock führt. Dann habe ich einen Zettel hin geklebt mit der Aufschrift „Gehört es dir – dann nimm es mit!“. Jedesmal, wenn sich dort dann einige Sachen angesammelt habe, weise ich die Kinder an, ihre Sachen auf dem Weg ins Zimmer mit zu nehmen und im eigenen Zimmer zu versorgen. Sie sind ja dann sowieso auf dem Weg nach oben, sie müssen nicht mühsam ihre Sachen zusammensuchen und der Familienbereich im Erdgeschoss bleibt immer einigermassen ordentlich. Nicht zuletzt spare ich mit dieser Sammelstelle sicher 20x Treppen steigen pro Tag :-)!

Zu Beginn vorweg

Dieser Blog ist nicht dazu da, meine gescheiterte Ehe zu verarbeiten, meine Ex-Frau zu verteufeln oder mich über die Gründe auszulassen, warum ein vollzeitarbeitender Vater die Kinder in seine Obhut zugesprochen erhält. Das wäre weder fair, noch sinnvoll.

Dieser Blog ist dazu da, die täglichen Herausforderungen, Freuden, ‚Fails‘ und kleinen Erfolge eines alleinerziehenden Vaters zu feiern und anderen Alleinerziehenden zu zeigen, wie auch ich scheitere, kämpfe und das Privileg geniesse, den Lebensmittelpunkt meiner Kinder gestalten zu dürfen. Vielleicht könnt ihr euch ja mit der einen oder anderen Situation identifizieren – und wenn nicht, dann habt ihr immer noch die gute alte Schadenfreude, wenn bei uns mal wieder was nicht geklappt hat ;-).

Wir werden immer zusammen bleiben – egal was passiert

Nun ist also dieses ‚was‘ passiert und dieser Blog handelt davon, wie ich mein Versprechen einlöse, ein alleinerziehender Vater mit beruflicher Karriere zu sein, der versucht, Kinder, Haushalt und Arbeit unter einen Hut zu bringen – manchmal mit männlichem Unvermögen, öfters mit Schwierigkeiten, aber immer mit einer Prise Humor und Selbstironie.